Kabbala - Lehrgang


Lektion 6 

 

Es gibt 5 Welten zwischen dem Schöpfer und unsere Welt. In jeder von ihnen gibt es 5 Parzufim und in jedem Parzuf gibt es 5 Sefirot. Insgesamt trennen uns 125 Grade (Stufen) vom Schöpfer. Das Malchut durchquert alle diese Stufen hinauf, um die letzte von ihnen zu erreichen, was zur Folge hat, das Bina Dalet, einzige und einmalige Schöpfung, mit den 4 vorhergehenden Stufen zu mischen. Das Malchut durchtränkt sich mit der Gesamtheit ihrer Attribute, um so dem Schöpfer gleich zu werden. Dies ist das Ziel der Schöpfung.

Um das Malchut mit den anderen 9 Sefirot zu mischen wird ein spezifisches Parzuf geschaffen, das aus 9 Sefirot von Keter bis Yesod gebildet wird. Dieses Parzuf trägt den Name von "Adam". Am Anfang, sind die 9 Sefirot und das Malchut, die 10.Sefira, in keiner Weise miteinander verbunden. Deshalb wird gesagt, dass Adam am Anfang die Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse nicht essen konnte.

Zum Zeitpunkt des Falls von Adam, des Zerbrechens seiner Kelim, fallen die 4 höheren Phasen, oder die 9 ersten Sefirot in das Malchut. Nun kann die Phase 4 auswählen, auf dem Niveau des vorhergehenden Malchut zu bleiben oder es vorzuziehen, sich spirituell zu entwickeln, um so wie das Vorbild der 4 Phasen zu werden. Wenn das Malchut sich selbst ähnlich bleibt, bedeutet dies, dass sich die Seele, Adam, in der Welt von Asiya befindet. Wenn es sich gemäß der Phase 3 bildet, bedeutet dies, dass es sich in der Welt von Yetsira befindet. Malchuts Ähnlichkeit zu der Phase 2 zeigt an, dass es sich in der Welt von Briah befindet, und in der Phase 1 bedeutet es, dass Malchut in der Welt Azilut ist. Die Ähnlichkeit mit der Phase Null entspricht der Welt von Adam Kadmon.

Alle spirituellen Bewegungen von Oben nach Unten, von Malchut der Welt der Unendlichkeit (Ein Sof) bis zu unserer Welt und umgekehrt, von Unten, von Malchut bis zur Welt der Unendlichkeit, sind vorbestimmt. Es existiert nichts, was nicht in einem Sinne vorprogrammiert und ausgerichtet worden ist, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen, welches zu dem Zeitpunkt verwirklicht wird, wenn die Phase 4 den Phasen 3, 2, 1 und Null ähnlich wird, die alle in dieser selben Phase 4 enthalten sind.

Alle Welten entsprechen dem Abstieg des Schöpfers von Oben nach Unten, auf den 125 Graden der 5 Welten, sozusagen Seiner eigenen Einschränkung, der aufeinanderfolgenden Entfernung der Schöpfung hinsichtlich zum Schöpfer, bis sie in unsere Welt herabsteigen und sich gänzlich vom Schöpfer losbinden, aufhören Ihn wahrzunehmen, Ihn zu fühlen. Wenn die Schöpfung beginnt, sich zu erheben, durchquert sie den umgekehrten Weg, indem sie nach und nach die 125 Grade der 5 Welten erklimmt, die zu diesem Zweck gebildet worden sind, jeder Grad gibt dem Menschen die Kräfte, die ihm erlauben, sich auf dem folgenden Grad zu erheben.

Der Abstieg von Oben nach Unten entspricht dem rückläufigen Prozess der Seele, und die Erhebung, ihrem Fortschreiten. Im Laufe des Abstiegs nimmt die Kraft jeder Stufe ab, das Göttliche Licht wird immer mehr von der Schöpfung verborgen. Die Erhöhung des Menschen von Unten nach Oben enthüllt immer mehr das göttliche Licht, und folglich gibt die Schöpfung immer mehr Kräfte, um den Weg zu überwinden.

Frage: Was geschieht zum Zeitpunkt von Shvirat Kelim?

Antwort: Die 9 altruistischen Sefirot, die das Malchut versuchen für sich selbst zu nutzen, fallen in das Malchut, in den egoistischen Teil. Im Laufe dieses Vorgangs produziert sich eine Mischung aus Altruismus und aus Egoismus. Wenn diese Mischung durch ein mächtiges Licht erleuchtet wird welches das Malchut erweckt, lässt das Licht das Malchut begreifen, wer es selbst ist, und wer der Schöpfer ist. Es erscheint dann im Malchut die Kapazität, sich zu bemühen, dem Bild der höheren Sefirot zu entsprechen, mit anderen Worten dem Göttlichen Licht. Obwohl das Shvirat Kelim eine Art des Handelns, welche gegensätzlich zum Spirituellen ist, bildet, ist es tatsächlich ein notwendiger Vorgang, der dem Malchut erlaubt, die Kapazität zu haben, sich mit den altruistischen göttlichen Attributen zu verbinden, um sich danach auf das göttliche Niveau zu erheben.

Nach dem Shvirat Kelim beginnen sich zwei parallele Systeme der Welten Asiya, Yetsira, Briah, Azilut und Adam Kadmon aufzubauen. Ein System welches aus Egoismus gebildet wird und ein anderes, dass aus Altruismus gemacht ist. Die Welten werden ab dem Shvirat Kelim errichtet, deshalb hat ihr System ein präzises Verständnis von der menschlichen Seele. Die menschliche Seele wird ebenfalls von den altruistischen und egoistischen Kelim gebildet, denn der Fall von Adam hat zur Folge gehabt, die zwei Arten von Kelim zu vermischen, sein Parzuf ist zerbrochen. Erhöht auf die entsprechende Stufe, findet dort jedes der Fragmente die entsprechenden Attribute in Affinität zu Ihm.

Der Vorgang des Shvirat Neshamot (von Adam), und jenes des Bruches der Welten (Olam Nekudim), sind aufgrund ein und der selben Basis strukturiert. Die Welten sind für die Seele wie eine äußere Umhüllung. Gemäß dem Bilde unserer Welt ist das Universum, die Erde, alles was den Menschen umgibt, für ihn wie eine äußere Umhüllung.

Untersuchen Sie jetzt die Struktur der Welt Azilut, die gänzlich der Welt der Nekudim entspricht. Nach dem Tzimtzum Beth, Ts"B, erheben sich die Nekudot von SA"G im Rosh von SA"G mit den 3 Arten der Reshimot:

Die Welt der Nekudim im Katnut bildet sich ab den Reshimot Beth-Alef Metzutzamin, auf den Kelim von Galgalta veEynayim und verbreitet sich nach Unten vom Tabur bis zum Parsa. Dieses Parzuf, wie jedes andere, wird aus einem Rosh und von einem Guf gebildet. Sein Rosh teilt sich in drei Teile: der erste Rosh trägt den Namen von Keter, der zweite Rosh jenen von Abba (Chochma) und der dritte von Ima (Bina). Der Guf der Welt der Nekudim wird ZO"N - Z"A oder Nukva genannt. Das GA"R von ZO"N dehnt sich bis zum Parsa aus, und das ZA"T von ZO"N unter dem Parsa.

Die Welt der Nekudim versucht danach aus dem Gadlut herauszukommen, mit anderen Worten, sich mit den ACHA"P zu kombinieren. Allerdings, wenn das Göttliche Licht das Parsa erreicht hat und versucht sich unter ihm zu propagieren, zerbricht die Welt der Nekudim. Der Rosh von Keter und der Rosh von Abba veIma (AV"I) bleiben, denn die Köpfe zerbrechen sich nicht. Das ZO"N, mit anderen Worten der Guf, zerbricht völlig, über sowie unter dem Parsa. Es ergibt sich eine Gesamtzahl von 320 Fragmenten, darunter 32 (Lev haEven), für die es nicht möglich ist, sich selbst zu korrigieren (reparieren). Die 288 anderen Fragmente können korrigiert werden.

Danach ist es die Olam haTikun oder die Olam Azilut, die für die Korrektur der gebrochenen Kelim konstruiert wird. Um dies auszuführen erheben sich die Reshimot, die aus der Zerstörung der Gesamtheit der 320 Fragmente stammen, im Rosh von SA"G. Es sind die reinsten Fragmente, die sich am leichtesten der Korrektur hingeben, die auch zunächst gewählt werden (die Korrektur erfolgt allmählich, stufenweise, nach dem Grad der Schwierigkeit, indem mit den einfachsten Elementen begonnen wird, die aufeinanderfolgend der Korrektur der folgenden Elemente dienen).

Die Parzufim der Welt Azilut werden ab den korrigierten Kelim geschaffen, sie entsprechen dem Bild der kleinen Welt der Nekudim:

1.    Keter der Welt von Azilut oder ATIK
2.    Chochma
oder Arich Anpin
3.    Bina
oder Abba veIma
4.    Z"A
5.    Nukva
oder Malchut

Die Welt von Azilut ist der Prototyp der Welt der Nekudim. ATIK geht vom Tabur des Galgalta bis zum Parsa, Arich Anpin von Pe von Atik bis zum Parsa, Abba veIma geht vom Pe von Arich Anpin bis zum Tabur von Arich Anpin (A"A), Zeir Anpin - vom Tabur A"A bis zum Parsa, das Malchut siedelt sie sich unter Z"A in der Form eines Punktes an.

 

Siehe Abbildung 5

 

Jedes Parzuf wird von Galgata veEynayim gebildet, von Kelim, die sich dadurch charakterisieren, ohne Vorbehalt zu geben und von ACHA"P , die sich durch das Empfangen charakterisieren. Nachdem zerbrechen, hat das Gefäß nicht mehr zwei Teile, sondern vier: Galgalta veEynayim, das ACHA"P, das G"E innerhalb des ACHA"P und das ACHA"P innerhalb des G"E. Diese Mischung ist in jedem des 320 zerbrochenen Kelim gegenwärtig. Die Aufgabe wird darin bestehen, jedes Fragment zu brechen und das G"E von ACHA"P zu trennen.

Der Mechanismus der Korrektur vollzieht sich wie folgt: die Welt von Azilut lenkt auf jedes der nicht korrigierten Fragmente einen Lichtstrahl, extrahierten das G"E eines Fragmentes, erhebt das G"E, und "lässt das ACHA"P in Form der egoistischen Kelim beiseite", dieses ACHA"P wird nicht weiter benötigt.

Nach der Korrektur aller G"E durch die Welt von Azilut erhebt sich das Malchut der Welt des Azilut im Binah, in anderen Worten unter den Rosh der Welt Azilut. Der Rosh der Welt Azilut entspricht ATIK, A"A, AV"I. Hat Malchut dieses Niveau erreicht, schreitet es zu:

1.   einer Siwug auf dem Beth von Aviut, dies ausführend, erschafft die Welt von Briah,
2.   
einer Siwug auf dem Alef von Aviut, dies ausführend, erschafft die Welt von Yetsira,
3.   
einer Siwug auf dem Aviut Shoresh, dies ausführend, lässt die Welt von Asiya entsteht.

Nach der Erhebung von ihrem Malchut im Binah, ist die Welt Azilut zwei Stufen nach oben fortgeschritten: Das Malchut findet sich an der Stelle von Abba veIma, Z"A an der Stelle von Arich Anpin, Arich Anpin und Atik haben sich proportional erhoben. Das Parzuf des Malchut der Welt Azilut entspricht, indem es sich auch so erhebt dem Binah, dem Abba veIma, es kann erschaffen, das Werden geben. So gibt das Malchut von Azilut der Welt von Briah ihre Entstehung, die einen neuen Ort an Stelle des Z"A der Welt Azilut besetzt hat, unter dem Kopf, der ihr die Geburt ermöglicht hat, und wie bei jedem Neugeborenen mit einem Grad unter jenem ist, der es entstehen ließ.

Die Welt von Yetsira wird danach geboren. Mit Hilfe seines höheren Teiles, seinen 4 ersten Sefirot, besetzt sie die Stelle des Malchut der Welt Azilut, während sein niedrigerer Teil, die 6 niedrigerer Sefirot, sich an der Stelle befinden, die jeweilig durch die 6 ersten Sefirot der Welt Briah besetzt wurde.

Die Welt von Asiya schließt die Hälfte der Welt von Briah und die Hälfte der Welt von Yetsira ein. Die vier Sefirot der Welt Yetsira und die 10 Sefirot der Welt Asiya bleiben leer. Ein Ort der leer bleibt trägt den Namen von "Mador Klipot", der unreinen Kräfte.

Fassen wir nochmals zusammen, was wir soeben dargelegt haben: die Welt Nekudim dringt mit Rosh-Keter in das Katnut ein, dem Rosh-Abba veIma, dem ZO"N-Guf. Diese Gesamtheit wird Galgalta veEinayim genannt und dehnt sich vom Tabur bis zum Parsa aus. Danach kommt das Gadlut der Welt Nekudim, wenn die 10 Sefirot gegenwärtig sind, in jedem Teil, im Rosh und im Guf, heraus. Das Gadlut erscheint im Keter, in Abba veIma, aber, wenn das ZO"N das Gadlut empfangen möchte, bricht die Welt der Nekudim. Alle Kelim des Guf zerbrechen sich in 320 Fragmenten und fallen unter das Parsa, um sich zu mischen, indem sie vier Gruppen bilden:

1.) G"E 2.) ACHA"P 3.) G"E in ACHA"P 4.) ACHA"P in G"E.

Die Welt Azilut wird für die Korrektur der gebrochenen Kelim erschaffen. Seine drei ersten Parzufim beginnen geboren zu werden: Atik, Arich Anpin, Abba veIma, die völlig den Parzufim von Keter entsprechen, Abba veIma in der Welt der Nekudim. Das Zeïr Anpin und das Malchut entsprechen diesen selben Parzufim in der Welt der Nekudim.

Diese Phase markiert das Ende der Korrektur der Kelim von G"E, extrahiert aus den 320 Fragmenten. Später haben wir ein G"E innerhalb der ACHA"P, das nicht getrennt werden kann. Dies ist allerdings mittels "eines Lichtstrahles möglich, der auf G"E gerichtet wurde, um das G"E dem Lichte näher zu bringen". Azilut will auf die Korrektur im ACHA"P übergehen. Das Malchut erhebt sich im Binah und lässt dort die 10 Sefirot der Welt Briah entstehen, die sich an der Stelle von Z"A der Welt Azilut befindet, bis das Malchut der Welt Azilut sich in Abba veIma ansiedelt.

Danach werden die 10 Sefirot der Welt Yetsira geboren, die zum Teil die Welt von Briah bedecken. Ein Teil der Welt von Yetsira siedelt sich unter dem Parsa an Ort und Stelle der höheren Hälfte der Welt Briah an. Und schließlich dehnt sich die Welt Asiya von der Hälfte des Ortes aus, der durch die Welt Briah bis zur Hälfte des Ortes besetzt wurde, der durch die Welt von Yetsira besetzt wurde. Ab der Mitte des Ortes, der durch die Welt von Yetsira besetzt wurde, einschließlich bis zum Ort, der durch die Welt von Asiya besetzt wurde, erstellt sich eine Leere, "Mador Klipot".

Wir werden danach sehen, dass die Welten sich erheben und herabsetzen können, aber immer nur alle zusammen hinsichtlich ihres Primär-Ortes. Alles welches soeben beschrieben wurde, wird auf den tausend fünf hundert Seiten des hebräischen Werkes TES "Talmud Esser Sefirot" (Studium der Zehn Sefirot) dargelegt, welches die Richtlinie bildet, die es erlaubt, in den spirituellen Welten fortzuschreiten, und im Menschen ein adäquates Empfinden erschafft.

Unsere Korrektur bezieht sich in seiner Gesamtheit auf das Tzimtzum Beth. Wir können nicht in das Tzimtzum Alef eindringen, und wir können weder die Kräfte beschreiben, die sich dort finden, noch die Wirklichkeit, die es charakterisieren. Dies betrifft die Geheimnisse der Torah.

 

 

ÜBERSICHT

Übersetzung von Peter Staaden