Chymische Hochzeit
DIE VEREINIGUNG DER GEGENSÄTZE
Das Ziel der Großen Arbeit ist die Coniunctio – die chymische Hochzeit. In diesem rituellen Moment vermählen sich der König (die Sonne, das Gold) und die Königin (der Mond, das Silber). Es ist das Ende des Kampfes zwischen Geist und Materie, zwischen Tun und Lassen, zwischen Form und Leere.
"Zwei werden Eins, und das Eins wird Alles."
In der Neuzeit erleben wir diese Hochzeit, wenn unser klares, kühles Denken (das Silber) mit unserer flammenden Intuition (dem Gold) verschmilzt. Es ist der Zustand, in dem wir nicht mehr wählen müssen. Wir erkennen, dass die Schwere des Bleis und die Leichtigkeit des Lichts zwei Seiten derselben Medaille sind. In der Kapitulation vor dieser Einheit bricht die Dualität der Matrix zusammen und offenbart das Holofeeling des unteilbaren Seins.
Die chymische Hochzeit findet in der Stille statt. Sie benötigt keine Anstrengung, sondern nur die Bereitschaft, die Grenzen des Egos aufzulösen. Wenn das Männliche (Handeln) und das Weibliche (Empfangen) in uns eins werden, entsteht das Reine Gold der Gegenwart. Wir sind angekommen, wo wir niemals fortgegangen sind.