ZU DEN SAQs

43 // Warum ist der Weg zur Wahrheit so eng?

Der Weg durch das Nadelöhr ist deshalb so schmal, weil man absolut nichts mitnehmen kann. Weder Besitztümer noch Titel, noch das angehäufte Wissen der Jahrzehnte passen hindurch.

Sogar die Identität als „Suchender“ oder „Meister“ muss vor der Pforte abgelegt werden. Was bleibt, ist das nackte, ungeschminkte Sein – der Beobachter vor dem Nadelöhr und das staunende Dasein dahinter.

In der Enge der Pforte schmilzt der Ernst der Existenz. Wer hindurchgeht, verliert das Bedürfnis nach Welterklärung und gewinnt den Mut zur Stille. Das Ziel ist nicht, etwas zu werden, sondern alles loszulassen, was man nicht wirklich IST. Dahinter wartet kein neues Wissen, sondern ein wissendes Lächeln.

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