ZU DEN SAQS

087 // Warum ist die „fruchtbringende Faulheit“ die höchste Form der inneren Haltung?

Die fruchtbringende Faulheit ist der radikale Gegenpol zum blinden, gierigen Aktionismus des horizontalen Hamsterrads. Während die Welt das Stillstehen negativ konnotiert, verbirgt sich dahinter ein heiliges alchemistisches Gesetz: das Prinzip des Vergehenlassens.

So wie in der Natur das Alte im Verborgenen modern, zerfallen und faulen muss, damit der Boden fruchtbar wird und ein neuer Same aufgehen kann, so muss auch der Geist in die absolute Passivität treten. Fruchtbringende Faulheit bedeutet, dem unruhigen Film der Welt die Energie zu entziehen, indem man nichts mehr tut, nichts mehr optimiert, nichts mehr festhält und nicht mehr eingreift.

Es ist das absichtslose, freie Zuschauen, wie das alte Programm in sich selbst zerfällt, während man im Verborgenen – unter der Güte Gottes – im reinen Sein ruht.

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