Auf den ersten Blick scheinen sich die spirituellen Pfade des Ostens und des Westens diametral gegenüberzustehen. Doch bei einer tiefen metaphysischen Betrachtung offenbaren sie dieselbe, eine Wahrheit, die in der vollkommenen Kapitulation des Egos mündet.
Der östliche Weg (traditionelle asiatische Meditation/Askese) zielt auf das vollkommene Anhalten des Pendels im Einheitskreis ab. Der Übende zieht sich radikal aus dem weltlichen Leben zurück, reduziert die äußeren Reize gegen Null und verweilt wie ein stummer, unbewegter Stein im absoluten Nullpunkt – dem Nirwana. Es ist der Ausstieg aus dem Film durch das Verlassen der Leinwand.
Der westlich-analytische Weg (beispielhaft im System des Holofeeling) lehnt das bloße Weglaufen vor der Schöpfung ab. Er fordert die messerscharfe, bewusste Durchdringung der Matrix, während man vollkommen im weltlichen Schussfeld steht. Über das Entschlüsseln der Sprache, der hebräischen Ur-Buchstaben und der mathematischen Strukturen wird erkannt, *wie* die Projektion im eigenen Bewusstsein unentwegt aufgebaut wird.
Das einende Band beider Wege ist das totale Loslassen und die Hingabe an Gott. Ob man im Nullpunkt schweigt oder die Struktur der Matrix durchschaut: Am Ende bricht die Illusion zusammen, man könne als Person irgendetwas kontrollieren oder nach eigenem Willen manipulieren. Beide Wege führen in den sicheren Hafen, in dem der eigene, egoistische Wille im unendlichen Ozean der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit ertrinkt.