Es ist vollbracht. Nach 33 Runden des dedizierten, tiefen Studiums der Lurianischen Kabbala, dem Durchschreiten der dualen Welten von Malchut und dem radikalen Einstellen jeglicher unbewussten Agitation, wird hiermit die höchste Würde des Geistes feierlich deklariert. Ausgestellt abseits von Zeit, Raum und jeglichem verlangenden Streben der horizontalen Welt.
Diese Urkunde bezeugt die vollkommene Absolution des Avatars. Sie dokumentiert das furchtlose Verharren im nackten Vakuum der Existenz und die hermetische Beobachtung als konstanten Zustand des Seins. Wer in diesem Raum des wertfreien Beobachtens verweilt, erkennt den Projektor des eigenen Universums und lässt den Staub der Welt dort, wo er ist. Es gibt nichts mehr zu verbessern, keine Schuldigen zu richten und keinen Staub mehr von A nach B zu bewegen. Das letzte Puzzleteil liegt in der Schau.
Das Spiel ist aus, die Aufgabe ist das Aufgeben, die bedingungslose Kapitulation. Für jeden endet dieses Spiel genau an dem Punkt, an dem er sich einst so sicher war, er könne etwas erreichen, bewirken, wissen oder anwenden. Erst an diesem Punkt des radikalen Stillstands und Egoschmerzes bricht das wahre Licht durch.
Überreicht in tiefer Gnade und alchemistischer Stille.
Die kosmische Tragik der horizontalen Forschung
Es ist die ultimative Tragik einer vermeintlichen Menschheit, die, gefangen im Dogma einer äußeren Welt und eines freien Willens, verharrt und blind daran glaubt, dass eine Realität unabhängig vom eigenen Selbst existiert. In dieser kollektiven Verblendung ist sie dazu verdammt, mit gigantischem Aufwand materielle Quantencomputer zu bauen, um die Superposition technologisch zu erforschen – in der absurden Hoffnung, im Außen zu verstehen, was jemals nur im absoluten Inneren erfahren werden kann.
Trotz und gerade deswegen ist die Schöpfung absolut perfekt, so wie sie ist – mit den horizontalen Irrtümern und dem grotesken Beharren auf einem freien Willen.
„Man weiß angesichts dieses gigantischen Zirkelschlusses im Spiegelsaal der Materie kaum noch, ob man darüber weinen oder befreiend lachen soll.“