von Rabbi Yitzhak Luria - ARI
mit dem Kommentar des Kabbalisten Rabbi Yehuda Levi Ashlag (1882-1955)
D E R B A U M D E R L E B E N S
L I N I E D E S L I C H T E S U N D D I E K O N T R A K T I O N
Bedenken Sie, dass die gesamte Weisheit der Kabbala sich mit spirituellen Themen beschäftigt, und sich weder mit Zeit noch Raum befasst. Das Verschwinden von etwas, bis es nicht mehr da ist, eine Permutation oder Änderung - all dies ist im spirituellen Reich völlig unmöglich. Die mannigfaltigen Phasen und Unterscheidungen, die in dieser Weisheit angesprochen werden, sind nicht auserkoren worden, um die Idee zu übermitteln, dass die erste Phase verschwand, oder dass sie eine andere Phase annahm; durch einen "Unterschied" wird nur ausgedrückt, dass eine andere Phase hinzugefügt wird, und die erste Phase verbleibt. In den späteren Kapiteln wird die "Kontraktion" einige Male als "Einschränkung" oder "Beschränkung" gekennzeichnet. Die Bezeichnungen sind so wie vorher auch austauschbar. Das Ereignis des Verschwindens oder der Änderung kann nur innerhalb der Natur der materiellen Objekte auftreten. Eine der größten Gefahren für Studierende der Kabbala ist, dass sie verpflichtet sind, Themen zu begreifen, die durchgehend mit materiellen Ausdrücken gekennzeichnet werden, so als ob diese einer Beschränkung der Zeit, des Raumes unterliegen könnten und die Möglichkeit der Veränderung hätten. Jedoch haben die Autoren solche Ausdrücke nur als Symbole oder Hinweise verwendet, damit sie deren Konzept der höheren Wurzeln erfassen konnten. Es ist in diesem Studium unbedingt erforderlich, dass wir jedes Wort in seiner spirituellen Färbung oder Deutung erklären, und es seiner materiellen Assoziation berauben, so wie wir die Darstellung des Raumes, der Zeit und der Veränderung eliminieren müssen, denn dies ist nur innerhalb der Natur der materiellen Ereignisse möglich. Es ist dem Leser dieser Seiten gut angeraten, sich alle Erklärungen zu merken, die hier dargestellt werden.
(1) BEVOR SIE AUSGESTRÖMT WURDEN
Das Konzept der Phase spiritueller Zeit wird in den folgenden Kapiteln gründlich erklärt.
(2) DAS HÖHERE LICHT
Dieses ist das Licht, das von der Substanz des Schöpfers ausgestrahlt wird. Bedenken Sie, dass alle Namen und Benennungen, die in der Weisheit der Kabbala behandelt werden, nur das Licht betreffen, welches sich von der Substanz des Schöpfers ausdehnt, und nicht die Substanz Selbst. Genau und wahrhaftig gesprochen, haben wir weder ein Wort.... noch einen gedachten Ausdruck, durch den wir ‚Von Seiner Substanz' sprechen können. Die allgemeine Regel besagt, dass alles, was über unser Auffassungsvermögen hinaus geht, somit auch über unsere Möglichkeiten es einen Namen zu geben hinausreicht, und wir ermahnen den Leser, sich immer an diesen Gedanken und diese Regel zu erinnern, damit er nicht blockiert oder getäuscht werden kann.
(3) HAT DIE GESAMTE EXISTENZ ERFÜLLT
Der Autor behandelt hier offensichtlich den vorhandenen Zustand, bevor die Welten erschaffen wurden. Welche Art der Existenz gab es zu dieser Zeit, die das erhabene Licht füllen musste? Es ist folgendermaßen: Alle Welten und alles, was es in dieser Welt gibt, alle Geschöpfe des Universums, in welchem Alter sie auch existieren sollten, bevor sie überhaupt in diese Welt eintraten, einschließlich aller Seelen, die jetzt auf der Erde weilen, und allen, denen es noch bestimmt ist erschaffen zu werden, zusammen mit ihrer kompletten Entwicklungskurve, bis hin zu dem endgültigen Ziel der Vollendung und der Vollkommenheit - sie alle waren vorher in der Welt enthalten, die das "Unendliche" genannt wird, "Ayn Sof", mit ihrer ganzen Schönheit und all ihren Erfüllungen. Zu dem was wir gerade erfahren haben, müssen wir zwischen zwei Perioden in der allgemeinen Existenz unterscheiden: Erste Periode: in der alle Dinge in der unendlichen Welt festgelegt sind und dort in ihrem Idealzustand und in perfekter Schönheit existieren. Zweite Periode: in der diese in einer absteigenden Reihenfolge angeordnet werden und nach der ersten Einschränkung (Tzimtzum) eine neue Form von fünf Welten (unserer Weltanschauung nach) wie folgt benannt, annimmt: 1.Die Welt von Adam Kadmon, 2.Die Welt Azilut, 3.Die Welt Briah, 4.Die Welt Yetsira, 5.Die Welt Asiya. Als der Autor folgendes ausdrückte: "Das erhabene Licht, das sich von Seiner Substanz ausgedehnt hatte, füllte die gesamte Existenz", beabsichtigte er uns mitzuteilen, dass Es das allgemeine Sein, das universelle Wesen füllte, welches in der unendlichen Welt vor der Einschränkung und der daraufhinfolgenden Zurücknahme des Lichtes existiert und angeordnet ist. Als das Erhabene Licht dann alle Welten und Seelen, in einer Art und Weise vollständig gefüllt hatte, dass es keinen leeren Raum mehr gab, der etwas für die Korrektur oder Vervollkommnung benötigte, war alles auf dem Höhepunkt der Herrlichkeit, der Schönheit und der Vollkommenheit angelangt.
(4) LEERER RAUM
Der Autor erklärt und beschreibt, dass, bevor die Welten erschaffen wurden, als nur die Unendliche Welt, noch vor dem Auftreten der Kontraktion existierte, es kein Vakuum gab. Es gab keinen Raum, der in sich einen Mangel oder eine Minderwertigkeit enthielt, der irgendeine Art der Korrektur oder der Verbesserung für seine Vervollkommnung und Vollkommenheit benötigte, weil das Erhabene Licht die Unendliche Welt vollständig erfüllte. Da es die Natur des Höchsten Lichtes ist, alle Verlangen des gesamten Universums und seiner Geschöpfe zufrieden zu stellen, wurde kein einziger Raum belassen, dem die Geschöpfe der unteren Welt, um sich zu verfeinern oder zu korrigieren, irgendetwas hinzufügen könnten, und ihre Wirksamkeit zu enthüllen. Ausschließlich durch die Kontraktion des Lichtes konnte dort eine Fehlbarkeit offenbart werden, die einen bestimmten Raum für die Korrektur und Verbesserung hinterließ. Der Leser sollte, wenn er letzteres und nachfolgendes liest, sehr gut aufpassen, nicht unseren materiellen, fühlbaren Raum dem Gesagten zuzusprechen, denn der Autor behandelt hier spirituelle Größen, Werte und Verhältnisse, die immateriell und nicht greifbar sind.
(5) LEERE ATMOSPHÄRE
Dies bezieht sich nicht auf die Atmosphäre dieser irdischen Welt, jedoch auf jene "Luft", von der die irdische Atmosphäre eine Kopie darstellt; es gibt eine Art spirituelle Atmosphäre, die den bildlichen Namen der "Atmosphäre" annimmt. Noch ist das Ganze Eins. Beachten Sie, dass es zwei Arten von Licht in jeder vollständigen himmlischen Phase gibt. Sie sind: Erstens, das Licht der Weisheit, und an zweiter Stelle, das Licht der Gnade oder der Anmut. Das Licht der Weisheit ist die Substanz der Phase oder ihr wesentliches Leben. Das Licht der Gnade ist nur das Licht, welches das Licht der Weisheit bekleidet, es wie eine äußere Umhüllung und Bedeckung umgibt, denn die Weisheit hat, bevor sie sich in das Gewand der Gnade kleidet, keine Mittel, mit deren Hilfe sie diese Phase erreichen könnte, was in dieser Phase so sein muss. In Zeiten, in denen die Phasen in ihrem "kleinen" Zustand sind, (Zustand der Verminderung) besitzen diese nur das Licht der Gnade oder Anmut. Wir müssen verstehen lernen, dass dieses Licht der Gnade oder Anmut, Atmosphäre oder Geist genannt wird. Wenn es für sich allein ohne das Licht der Weisheit existiert, wird es durch den bildlichen Namen "leere Atmosphäre" definiert, denn es ist ohne das Licht der Weisheit, und es sehnt sich am leidenschaftlichsten nach letzterem, um dort hinein gezogen zu werden, und damit angefüllt werden zu können. Der Autor erklärt uns, dass, bevor die Welten überhaupt erschaffen wurden, es in der Grenzenlosen Welt, keine solche Unterscheidungen wie "leere Atmosphäre" gab, da die Unendliche Welt unfehlbar und völlig frei von jeder nur denkbaren Spur eines Mangels ist.
(6) AUSHÖHLUNG ODER VERTIEFUNG
Um dieses Wort zu bestimmen, ist es notwendig, dass Sie zuerst die Qualität oder die Natur eines spirituellen Gefäßes verstehen lernen. Was ist damit gemeint? Es ist das ausgeströmte Seiende oder Wesen, dass seinen Überfluss oder die Substanz, die es für das Leben braucht vom Emanator, dem Ausströmenden, empfängt. Es ist unvermeidlich, dass das ausgeströmte Wesen diesen Überfluss vom Schöpfer erwünschen und ersehnen muss. Bedenken Sie, dass das Maß und die Intensität des Willens zu empfangen die allgemeine Substanz des ausgeströmten Wesens kennzeichnet. Alles, was das ausgeströmte Wesen außerhalb dieser Substanz besitzt, hat keine Beziehung zu seiner Essenz; es gehört zu seiner Form oder dem Wesentlichen des Überflusses, welches es vom Schöpfer empfängt. Außerdem bedingt diese Substanz die Breite und die Höhe, in hebräisch das "Koma", von jedem ausgeströmten Wesen, jeder Phase oder Sefira (das göttliche Attribut). Die Ausbreitung des Höchsten Lichtes des Emanators ist grenzenlos, jedoch bildet das ausgeströmte Wesen selbst eine Begrenzung seiner Proportionen, in Übereinstimmung mit seiner eigenen Haltung, seinem Verhalten. Es kann am Überfluss nur in Übereinstimmung mit seinem Verlangen und Willen zu empfangen, teilhaben. Genau dies ist das tatsächliche Maß, das in den spirituellen Stoffen wirksam ist, da es dort keinen Zwang oder Druck gibt. Das ausgeströmte Wesen besteht nur aus dem Willen zu empfangen. Wegen seines Willens verließ es die Grenzen des Emanators und wurde als ein unterschiedliches Sein existent. Es wurde durch den Willen zu empfangen als losgelöstes Wesen gekennzeichnet, da es kein Vorkommen solch eines Willens im Emanator gibt. Wie könnte im Emanator ein Wille zu empfangen funktionieren? Von wem könnte Er empfangen? In den späteren Kapiteln werden wir erklären, dass dieser Wille zu empfangen vier Grade, Stufen oder Phasen beinhaltet, die vom kleinen, potentiellen und embryonalen Stadium, der sein erster Grad ist, zum vierten Grad fortschreitet, in welchem er in seiner vollen Entwicklung mit einer aktiven Kapazität von Empfangsbereitschaft ist. Dieser letzte Grad, in seiner gesamten Vollkommenheit, wird nur in der Unendlichen Welt, vor der Erschaffung aller Welten, vorgefunden. Dieser vollkommene Wille zu empfangen, der Unendlichen Welt, durchläuft eine Einschränkung oder "Tzimtzum". Dieses wird noch gänzlich in den späteren Erörterungen umrissen werden, aber lassen Sie uns hier erwähnen, dass "der Wille", völlig entleert des unendlichen Überflusses wurde, verglichen mit dem, was er vorher in der Unendlichen Welt besaß. Nach der Zurücknahme des Lichtes verblieb ein Vakuum. Das ist, was der Autor meint, wenn er sagt, dass bevor das Universum erschaffen wurde, die Unendliche Welt nicht einmal eine Andeutung dieses Vakuums enthielt.
(7) GEFÜLLT MIT DIESEM GRENZENLOSEN LICHT
Das heißt, überhaupt nichts kann in oder zu dieser Welt hinzugefügt oder in sie hineinplatziert werden.
(8) KEIN SOLCHES TEIL WIE EINEN KOPF
Der Inhalt der Begriffe Kopf (Haupt) oder Schweif (Ende) wird in den späteren Kapiteln erklärt.
(9) EINFACHES ODER RUHIGES AUSGEWOGENES LICHT
Dies bedeutet, dass es keine Nuance oder Abstufung gibt, wie Kleinheit oder Größe, denn alles war gleich, wie später erklärt werden wird.
(10) GLEICHMÄSSIG ODER AUSGEGLICHEN IN EINER GLEICHHEIT ODER AFFINITÄT
Dies soll besagen, dass dort keine Unterscheidung in unterschiedliche Grade der Reinheit, der Klarheit oder der Stärke vorhanden ist, durch die Formen erkennbar sein könnten; Unterscheidungen oder Maßstäbe kamen nur mit der Neueinführung des Tzimtzums in das Sein. Dieses wird ebenso später erklärt.
(11) DAS UNENDLICHE LICHT
Wir haben keinerlei Vorstellung von der Unendlichen Welt. Wenn wir dafür diesen Namen "Unendlich" verwenden, müssen wir bedenken, dass normalerweise ein Name auf dasjenige anspielt oder auf dessen Idee verweist, das wir versuchen zu definieren. Da wir nicht einmal eine Andeutung eines Verständnisses dieser Welt besitzen, nennen wir sie passend dazu: die "Unendliche Welt". Die beste Erklärung dieses Themas liegt in der Tatsache, dass dieser Name "Unendlich" den Unterschied zwischen der "Unendlichen Welt" und allen Welten, die sich unter ihr befinden, definiert. Die Einschränkung des Lichtes trat außerhalb der "Unendlichen Welt" auf, und nach dieser ersten Beschränkung wurde die Funktion der Begrenzung in allen Welten, die unterhalb der Unendlichen Welt sind, wirksam. In welchem Ort oder Raum sie auch immer ihre Funktion und Tätigkeit enthüllt, blockt sie das Licht von diesem bestimmten Raum ab und verbirgt Es, so dass Es an dieser Grenze anhält. Folglich ergibt sich jede Grenze oder Begrenzung, die in jeder Ausbreitung des Lichtes und in jeder einzelnen Phase auftreten könnte, aus der Energie der ersten Einschränkung. Durch diese Auswirkung, die der Begrenzung widerfährt, geschieht es, dass die Enthüllung und Manifestation aller Wesen, aller vielfältigen Unterschiede, Unterscheidungen und Änderungen an jedem Ort, überall stattfinden. Aus diesem Grund gibt es keine Einschränkung in der Unendlichen Welt; eine Begrenzung findet dort nicht statt und demnach wird sie "Unendlich" genannt. Der Name "Unendlich" lehrt uns, dass in der "Grenzenlosen Welt" keinerlei Art eines Endes oder irgendeiner Begrenzung existiert. Daraus schließen wir, dass das "Unendliche Licht" der Grenzenlosen Welt Einfach, Ruhig und Ausgeglichen ist, sowie, dass es von gleicher Ähnlichkeit ist. Eins ist die Ursache des Anderen, so dass dessen Ähnlichkeit aus dessen Qualität der Einfachheit und der Ausgeglichenheit erfolgt. Da es kein Ende oder Grenze zum Licht der Unendlichkeit gibt, muss Es durch und durch gleichförmig sein.
(12) IN SEINEM EINFACHEN UND RUHIGEN WILLEN ENTSTAND DER WUNSCH
Beim Versuch einen "Willen" in der Unendlichen Welt zu definieren und zu unterscheiden, muss daran erinnert werden, dass dies weit über der Kapazität der menschlichen Auffassung oder Vorstellungskraft liegt. Wie Sie bereits von vorangegangenen, bereits erklärten Behauptungen wissen, ist es ein vorherbestimmter Umstand, dass in jedem ausgeströmten Wesen ein Wille oder Verlangen existieren muss, den Überfluss vom Schöpfer zu empfangen. Im Unendlichen, ist dieser Wille Einfach und Ruhig, wie es durch die verschleierten Wörter übermittelt wird: "Er ist Eins und sein Name ist Eins". Wie im ersten Kapitel von "Rabbi Eliezer der Große" angeführt wird, und wie es auch durch den Autor auf den folgenden Seiten erklärt werden wird, ist das Licht der Unendlichkeit in dem einen Wort "Er" zusammengefasst und der Wille zu empfangen, der notwendigerweise in der Unendlichen Welt existieren muss, als "Sein Name" angegeben. Sie beide, das heißt "Er" und "Sein Name", dienen in der Kapazität der Konzepte einer einfachen, absoluten Einheit; sie haben keinen Bruch oder Trennung irgendwelcher Art zwischen sich. Wahrhaftig, Sie dürfen hier wirklich keinen Vergleich ziehen, zwischen der "Trennung" oder "Einheit", wie sie hier behandelt wird, und den gleichen Bezeichnungen, die für dinghafte, fühlbare Substanzen angewendet werden, die mittels Unterteilung und Bewegung getrennt werden, denn die spirituelle Instanz, das spirituelle Wesen besetzt überhaupt keinen Ort oder Raum. Berücksichtigen Sie immer die Tatsache, dass eine spirituelle Trennung nur durch eine Verschiedenartigkeit der Phase oder des Zustandes entsteht. Wenn es geschieht, dass eine bestimmte spirituelle Instanz eine zusätzliche Phase erwerben möchte, die zu ihrer ursprünglichen Phase unterschiedlich ist, dann ergibt sich sofort eine Transformation, und es wird eine neue Phase durch das spirituelle Wesen eintreten. Es verlässt seinen vereinten Zustand von absoluter, ursprünglicher Einfachheit und des Eins Seins, und nimmt zwei eindeutige und unterschiedliche Phasen an. Ihre Entferntheit von einander hängt von dem Grad der Verschiedenartigkeit ab, die jetzt in den zwei Phasen existiert, die früher eine waren. So wie die Trennung oder die Vereinigung der greifbaren, fühlbaren Objekte dadurch erreicht wird, dass man sie im Raum entweder voneinander entfernt oder einen Teil dem anderen näher bringt, so ist es auch mit den spirituellen Wesenheiten, die entweder Trennung oder Vereinigung durch eine Transformation mit abtrennender Wirkung, oder einer Wirkung von Affinität erfahren, die eine Phase mit der anderen vereinigt. Behalten Sie dies im Gedächtnis, denn es ist der erste Schlüssel zur Weisheit. Sie sollten nun das Geheimnis der vorhergehenden Äußerung verstehen können, die besagte, dass "Er und Sein Name Eins sind" und ebenso die Aussage der absoluten und unfehlbaren Einheit in der Unendlichen Welt. Wir möchten besonders hervorheben, dass diese Übereinstimmung von "Er" und "Sein Name" für eine unfehlbare Einheit steht, und dies eine der wunderbarsten und erstaunlichsten Mächte des Schöpfers ist. Wir haben jetzt den Unterschied erklärt, der zwischen dem Emanator und dem Ausgeströmten besteht. Eine Ausströmung wird wegen der Verschiedenartigkeit der Phase im ausgedehnten Licht aufgedeckt. Das ausgeströmte Wesen verfügt über den Willen zu empfangen, im Emanator existiert dieser jedoch nicht. Er (der Wille) erstellt eine Verschiedenartigkeit der Phase zwischen dem Emanator und dem ausgeströmtem Wesen, er trennt oder sondert das Letztgenannte vom Ersteren ab, und veranlasst so das ausgeströmte Wesen, seinen eigenen bestimmten Namen zu erwerben. In dieser Betrachtung ist es leicht möglich, sich zu irren und zu denken, dass das Unendliche Licht, welches "Er" genannt wird, nicht völlig mit dem Unendlichen vereinigt sei, welches als "Sein Name" bezeichnet wird, was dem Willen zu empfangen entspricht. Wahrhaftig ausgedrückt: Das Höchste Licht, das von Seiner Substanz ausströmt, welches "Er" genannt wird, hat ausschließlich die Natur zu übermitteln, zu geben oder zu schenken, Ihm ermangelt es absolut jeglicher Phase von Empfangsbereitschaft. Die Unendliche Welt jedoch, welche die Benennung "Seines Namens" trägt, enthält den Willen zu empfangen, und demgemäß muss ihre Phase vom Unendlichen Licht unterschieden werden - und, wie wir bereits wissen, bedeutet eine Verschiedenartigkeit der Phase eine Abtrennung. Angesichts diesen Dilemmas hören wir die eindeutige und nachdrückliche Äußerung des Rabbi Eliezer der Große, dass "Er" und "Sein Name" eine absolute und reine Einheit sind, und sie keine Unterscheidung oder Abtrennung irgendeiner Beschreibung trennt. Obwohl hier notwendigerweise ein Anschein einer Verschiedenartigkeit der Phase, zwischen "Er" und "Sein Name" eingeworfen werden muss, wie wir auch bereits vorher erfuhren, ist dort dennoch diese Verschiedenartigkeit absolut nicht wahrnehmbar. Wir vermögen uns keine Vorstellung solch eines Phänomens zu machen, und doch ist es genauso, ohne den allergeringsten Zweifel. Hinsichtlich dieser Thematik sagt uns das heilige Buch des Sohar, dass kein menschliches Gehirn oder Intelligenz irgendetwas vom Unendlichen Licht oder seinem Gefäß erfassen kann, da Es über den menschlichen Geist oder seine intellektuellen Kräfte hinaus reicht.
(13) BESCHRÄNKTE ER SICH SELBST
Sie kennen bereits die innere Bedeutung der Wörter "Er" und "Sein Name", die das "Licht" und "Sein Aufnahmegefäß" bezeichnen. Obgleich eine Verschiedenartigkeit der Phase in Form eines Willens zu empfangen besteht, der im Unendlichen enthalten ist, führt dies dennoch zu keiner Spaltung zwischen dem Gefäß und Seinem Licht, und Sie sind in absoluter, einfacher Einheit. Dennoch, trotz all unserer Kommentare, welche die Gleichheit und die Identität des Lichtes und des Gefäßes belegen, veranlasste die vorhandene Verschiedenartigkeit der Phase, die Schöpfung der Welten, um die Vollkommenheit Seiner Taten, Seiner Namen und Seiner Benennungen zu enthüllen. Durch die Schöpfung der Welten, mit ihren Potenzierungen bis hinunter zu dieser irdischen Welt, wird ein geeigneter Ort für die göttlichen Dienste gemäß der Torah und ihren Geboten vorbereitet, (nicht mit dem Ziel eines Verdienstes oder einer Belohnung, sondern zum alleinigen Zweck des Weitergebens der Freude an den Schöpfer.) Die Seelen werden dann bereit, ihren Willen zu empfangen (was sie vom Schöpfer ablöst und trennt) in einen Willen zu geben umzuwandeln (der dem Willen des Schöpfers ähnelt), und auf diesem Weg den höchsten Grad von Hingabe und Einheit zu erreichen. Wenn dieses Stadium der Einheit durch die Seelen erreicht ist, ist ihr Wille zu empfangen bereits von ihnen abgestreift worden, denn sie haben anstatt dessen einen Willen zu schenken. Sie werden Altruisten anstelle von Egoisten. Der Wille zu schenken ist wie der Wille des Schöpfers, Er Selbst. Sie sind bereits vollständig unterrichtet worden, dass eine Ähnlichkeit oder Gleichheit der Phase die Einheit der Seelen, des Geistes erzeugt und folglich die Ähnlichkeit der Phasen alle Welten mit ihrem Ursprung vereinigt. Dies ist, was Rabbi Isaac Luria (ARI) meint, wenn er feststellt: "In Seinem Einfachen Willen entstand der Wunsch zu erschaffen"; Das Wort "entstand" entspricht einem Zustand der Reinheit und absoluten Einheit. Der Wille zu empfangen, der im Unendlichen das "Königreich des Unendlichen" oder "Sein Name" genannt wird, war vollständig mit dem Höheren Licht vereinigt, dennoch, fühlte Er die Notwendigkeit sich zu verbessern um so eine Erhebung seiner Phase zur absoluten Affinität mit dem Höchsten Licht zu verdienen. Er muss seinen ausgiebigen Willen zu empfangen aufgeben, um dann fähig zu sein, sich mit dem Höchsten Licht zu vereinigen, da nur eine Ähnlichkeit der Phase die Einheit bewirken kann. Das alles ist in der Definition des Wortes "entstand" enthalten. Das heißt, dass das "Königreich des Unendlichen" aufgestiegen ist. Dies bedeutet, dass der "einfache liebliche Wille" emporgestiegen war und sich mit dem Höchsten Licht verknüpft hat; dies wiederum sagt aus, dass er auf seinen eigentlichen Willen zu empfangen verzichtet hat. Der Autor spricht dies auch an, wenn er sagt, dass "Er sich dann einschränkte" etc. was bereits im Kommentar zu den Wörtern "leere Atmosphäre" erklärt worden ist, dass das gesamte Maß des Überflusses und des Lichtes, was zu dem ausgeströmten Wesen ausgeströmt wird, entsprechend der Intensität des Wunsches zu empfangen, den dieses Wesen besitzt, abgeschätzt wird. Als dann das Königreich der Unendlichkeit sich selbst eingeschränkt hat und seinen Willen zu empfangen verminderte, wurde ihm schließlich aus sich selbst das Licht und sein Überfluss, genau passend, aufgrund dieser Verminderung des Willens entnommen. So verursachte das Ansteigen des Willens die Zurücknahme des Lichtes und den daher stammenden Überfluss.
(14) IM MITTLEREN PUNKT DER IN IHM IST
Dieses ist ein ungewöhnlicher Ausdruck; da es keinen "Anfang" und kein "Ende" gibt, wie können wir dann eine Mitte oder ein Zentrum voraussetzen? Wie wir bereits festgestellt haben, muss eigentlich auch im Unendlichen notwendigerweise eine Art Wille zu empfangen existieren; jedoch wie schon vorher behauptet wurde und was den ruhigen und einfachen Willen betrifft, hat der Wille der Unendlichkeit keine Unterscheidungen von Graden, Nuancen oder Abstufungen, keine Kleinheit und keine Größe. Weil der Wille zu empfangen, der dort existiert, nicht als ein Unterschied der Phase definiert wird, was zu einer Trennung führen würde, so ist er folglich dem Höheren Licht gegenüber nicht untergeordnet oder minderwertig. Sie müssen bedenken, das es für das Höchste Licht notwendig ist, in 4 Grade ausgedehnt zu werden, um in dem ausgeströmten Wesen diesen "Willen zu empfangen" in seiner vollen Kapazität, festgelegt und dauerhaft, zu enthüllen. Der Grund für die Notwendigkeit von vier Graden ist der folgende: Der Wille zu empfangen war gleichzeitig im Licht mit seiner Ausbreitung von der Wurzel oder von der Quelle enthalten; wegen dieses neuen Willens von Empfangsbereitschaft, schied sich das Licht vom Emanator ab und erwarb seinen eigenen bestimmten Namen. Es wurde vom Emanator ausgestrahlt, und wenn wir annehmen sollten, dass die Verschiedenartigkeit der Phase, was der Wille zu empfangen ist, nicht im Licht beinhaltet ist, würden wir es noch als "Emanator" betrachten, und nicht als Ausdehnung, die getrennt und vom Schöpfer entfernt ist. Ein Unterschied des Geistes kann man sich nicht einmal vorstellen, außer durch die Verschiedenartigkeit der Phase. In der Tat, solange der Wille zu empfangen nicht durch das ausgeströmte Wesen selbst aufgedeckt oder erweckt wird, ist er in dieser neuen Phase noch nicht gebildet oder aufgenommen. Das ausgeströmte Wesen muss selbst den Überfluss ersehnen und erflehen. Erst dann kann man behaupten, dass der Wille zu empfangen wirklich nur vom ausgeströmten Wesen offenbart wurde. Dieses Sehnen kann nur auftreten, wenn ein Mangel gefühlt wird. Dann wird der Wille zu empfangen durch das Wesen selbst enthüllt, und in diesem Moment wird das Gefäß der Empfangbereitschaft auf Dauer vervollständigt. Sie müssen ebenso immer im Gedächtnis behalten, dass alle Ausstrahlungen des Lichtes vom Emanator, während diese einen Willen das Licht zu empfangen beinhalten, ebenso einen Willen zu schenken besitzen. Wenn wir davon ausgehen würden, dass es dem ausgedehnten Licht an Willen zu Geben mangeln würde, dann wären der Emanator und das ausgeströmte Wesen ewiglich voneinander getrennt, und es würde ein unüberbrückbarer Abgrund zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf existieren. Eine komplette Verschiedenartigkeit der Phase würde sie so weit voneinander trennen wie entgegengesetzte Pole. (siehe: Kabbalistische Terminologie 42 - 45). Es ist notwendig, dass jedes Licht, welches vom Schöpfer ausgeströmt wird, einen Willen zu geben oder zu schenken beinhaltet, so dass Es in enger Beziehung und Affinität mit dem Schöpfer bleibt. Wenn dieser Wille zu geben vom ausgeströmten Wesen enthüllt wird, veranlasst es letztendlich das Ausdehnen des Reichhaltigen Lichtes vom Emanator, und dieses erscheint dann wie auf Einladung durch den neu entstandenen Willen. Der Wille zu geben ist die Ursache dieser Ausbreitung, und dieses neue, ausgestrahlte Licht hat überall den Namen das "Licht der Gnade" oder der "Armut". Die erste Ausbreitung vom Emanator des Lichtes, in Dem der Wille zu empfangen beinhaltet ist, wird immer das Licht der Weisheit genannt oder das Licht der Substanz. Behalten Sie diese beiden Lichter gut in Erinnerung. Sie sollten wissen, dass das zweite Licht, das Licht der Gnade, unendlich geringer in Qualität im Vergleich zum ersten Licht, dem Licht der Weisheit, ist. Dieses ist so, da Es durch die Anstrengung des ausgeströmten Wesens, durch dessen eigene Arbeit und Bemühung, ausgedehnt wurde, und weil es seine Phase derjenigen des Emanantors ähneln lassen möchte. Alle seine Bemühungen und Anstrengungen werden aus dem Wunsch geboren, die Fähigkeit des Übermittelns, Teilens und Schenkens zu erreichen. Die erste Ausstrahlung, das Licht der Weisheit, wird direkt vom Emanator ausgeströmt. Das ausgeströmte Wesen hat keinen Anteil am Entstehen dieser Ausströmung, und folglich überragt es das Licht der Gnade in unschätzbarem Maße. Daraus folgernd können Sie die vier unterschiedlichen Varianten oder Abstufungen verstehen, die in jedem ausgestrahlten Wesen enthalten sind. Am Anfang wird das Licht vom Schöpfer ausgeströmt und verlässt Ihn als das Licht der Weisheit. Nur der Wille der Empfangsbereitschaft ist in Ihm eingeschlossen, der als die erste Unterscheidung, oder Stadium, Grad, Phase oder Stufe gekennzeichnet und unterschieden wird. Jetzt wird eine Anstrengung in diesem Willen ausgeführt, welche als der Wille zu teilen oder zu schenken definiert wird. Diese Bemühung verursacht das Licht der Gnade zu sich Selbst herangezogen zu werden. Diese Anstrengung wird als die zweite Stufe des "Willens" definiert. Durch diese Anstrengung von Weisheit, wird das Licht der Gnade reichlich ausgedehnt. Dieser Prozess wird noch ausführlich in einem späteren Kapitel behandelt werden. Er stellt die dritte Unterscheidung dar. Nachdem diese drei Abstufungen vollständig durchgeführt und offenkundig sind, wird die potentielle Energie des Willens zu empfangen wieder erweckt, und noch einmal zieht Er das Licht der Weisheit heran. Diese letzte Anstrengung des Willens zu empfangen, der das Licht der Weisheit veranlasst, zu ihm hingezogen zu werden, ist die abschließende Bemühung bei der Durchführung und dem Herstellen des Willens der Empfangsbereitschaft im offenbarten, oder ausgeströmten Wesen. Dieser Wille zu empfangen wird schließlich als ein Verlangen und Sehnen enthüllt. Zu der bestimmten Zeit, als die Phase überhaupt keine Weisheit hatte, und nur vom Licht der Gnade in Besitz genommen wurde,(nach den drei erwähnten Stufen) mit anderen Worten, als es einen Grund für das ausgeströmte Wesen gab, das Licht der Weisheit zu erwünschen und zu ersehnen, erst in diesem Moment wurde sein Wunsch wirklich und intensiv. Solch ein Hunger oder Sehnen erstellt im ausgeströmten Wesen einen Willen zu empfangen, der den Willen zu seiner abschließenden Vervollständigung als das Gefäß der Empfangsbereitschaft führen wird. Jedoch, obgleich das erste Stadium des Willens zu empfangen in der ersten Ausstrahlung enthalten war, welche die Ausbreitung des Lichtes der Weisheit genannt wird, wurde dieser Wille nicht durch die Energie der "Phase" selbst bewirkt. Folglich ergibt sich die feste Regel, dass das Gefäß der Empfangsbereitschaft niemals in irgendwelchen der drei einleitenden Abstufungen des Willens zu empfangen vollendet wird, sondern nur in dieser vierten Abstufung oder Stadium, die auch als die zweite Anstrengung der "Phase" definiert wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit des Willens zu empfangen völlig abgeschlossen und vervollständigt. An diesem Punkt ist es angebracht, die vier Abstufungen zu definieren, die in jedem ausgeströmten Wesen gefunden werden, wie schon bereits erklärt. Sie sind, wie folgt: 1. Die erste Ausdehnung, die als die erste Stufe des Willens betrachtet wird. 2. Die erste Anstrengung, die als die zweite Stufe des Willens definiert wird. 3. Die zweite Ausdehnung, die als die dritte Stufe des Willens angesehen wird. 4. Die zweite intensive Anstrengung, welche die 4. und letzte Stufe ist; es ist die volle Kapazität des Willens; welcher als das komplette "Gefäß der Empfangsbereitschaft" der Phase definiert wird. Die zwei Ausdehnungen werden als "männlich" unterschieden, weil sie aus dem Überfluss bestehen, der vom Emanator ausgedehnt wird. Die erste Ausdehnung ist der Überfluss des Lichtes der Weisheit, und die zweite Ausdehnung ist der Überfluss des Lichtes der Gnade. Die zwei Anstrengungen des Willen, die durch das ausgeströmte Wesen vollzogen werden, sind als "weiblich" definiert oder als die weibliche Polarität der Phase, da sie in dem ausgeströmten Wesen die Kapazität des Strebens, des Sehnens darstellen. Die Anstrengung des Willens entsteht durch die vitale Kraft der Bemühung in den zweiten und vierten Stufen. Demnach ist die Natur der ersten Anstrengung ein Erwecken des Willens zu schenken im ausgeströmten Wesen, um eine Selbst-Entsagung zu erfahren. Diese Anstrengung ist die Wurzel oder Ursache dafür, das Licht der Gnade offenbar werden zu lassen, wie oben umrissen wurde. Die zweite Anstrengung im ausgeströmten Wesen ist das Erwecken des Willens zu empfangen. Dieser Wille, sobald er einmal erreicht wird, ist das abschließende und komplette Gefäß der Empfangsbereitschaft in der Phase. Das Gefäß der Empfangsbereitschaft wird immer die vierte Stufe genannt. Dieser vierte Grad des Willens wird der "Mittlere Punkt des Unendlichen" genannt, und er ist jener "Mittlere Punkt" über den der Autor spricht, wenn er sagt, dass ihm eine Einschränkung auferlegt wurde. In dem Satz "Er schränkte sich in Seinem Mittleren Punkt ein", der Mittlere Punkt ist so benannt, da er das Gefäß der Empfangsbereitschaft für das Unendliche Licht ist, Das jenseits jeglichen Maßstabes und jeglicher Grenze liegt. Folglich wird dieses "Gefäß" als ein innerhalb liegender, zentraler Punkt in diesem "Unendlichen Licht" gekennzeichnet, mit dem Licht das sich mit ihm vereinigt, umgibt und unendlich umkreist, denn nur in dieser Weise ist es möglich, dass der Mittlere Punkt das Höchste Licht festhält, Welches nicht messbar und ohne Begrenzung ist. Dieses ist bei dem Gefäß der Empfangsbereitschaft nicht der Fall, das nach der Kontraktion erschien und unterhalb des Unendlichen ist, nämlich in den niedrigeren ausgeströmten Wesen. Die Gefäße der Empfangsbereitschaft, die in diesen unteren ausgeströmten Wesen existieren, werden durch ihren unterschiedlichen Modus des Empfangens ihres Lichtes unterschieden; denn sie enthalten ihr Licht in ihrem Inneren, das heißt, innerhalb des Gefäßes. Mit anderen Worten, das Wehklagen des Gefäßes, (womit seine vier Phasen gemeint sind), führt eine Begrenzung und eine Limitierung des Lichtes aus, welches es innehat; und dieses geschieht aufgrund der Stärke des Gefäßes. Jedoch sind das Licht und das Gefäß im Unendlichen in einer absoluten einfachen Einheit, wie der Inhalt der Worte "Er ist Eins" und "Sein Name ist Eins" es ausdrücken. Folglich zieht sich das Gefäß keinerlei Grenzen zu, die es beibehält, und sein Licht wird als "Unendlich" beschrieben. Sie haben jetzt eine vollständige Beschreibung der wirklichen Bedeutung des "Mittleren Punktes" erhalten, der im Unendlichen ist. Er wird nicht als zentraler Punkt oder Ort gedeutet, so als ob wir es mit einem fühlbaren Objekt zu tun hätten, welches mit unseren Sinnen wahrnehmbar ist. Dieser vierte Grad allein, der im Unendlichen eingeschlossen ist, wird wegen seiner Kapazität das Licht der Unendlichkeit festzuhalten, der "Mittlere Punkt" genannt. Die Kontraktion, die in diesem "Mittleren Punkt "auftrat, ist bereits erklärt worden. In allen anderen Wesen ist der vierte Grad in Beziehung zu dem Unendlichen lediglich ein begrenztes Gefäß.
(15) DAS LICHT HAT SICH ZUSAMMENGEZOGEN
Die Bedeutung von Spiritueller Distanz oder Entfernung wurde bereits erklärt. Es wurde ebenso erläutert, dass im Unendlichen keine Distanz irgendwelcher Art zwischen dem Mittleren Punkt, der das aufnehmende Gefäß ist, und dem Licht eintrat. In der Tat, nachdem sich das Licht von diesem "Mittleren Punkt" zurückzog, wurde sofort eine andere Phase des Lichtes enthüllt, weil das Höchste Licht keinerlei Unterscheidung eines "Willens zu empfangen" besitzt. Jedoch könnte der "Punkt" als "Wille zu empfangen" unterschieden werden, der sich bereits vom Licht unterscheidet, und da ihre Phasen verschieden waren, werden sie voneinander getrennt, genau dem Unterschied oder der Verschiedenartigkeit entsprechend. Dieses ist die Bedeutung der Aussage des Autors: "Das Licht hat sich zurückgezogen".
(16) ZU DEN RÄNDERN UM DEN MITTLEREN PUNKT
Die vier obenerwähnten Grade oder Stadien werden Ränder genannt, und der Autor unterweist uns, obgleich die Einschränkung nur im "Mittleren Punkt", das heißt im vierten Grad auftrat, dennoch das Licht von allen vier Graden abwich, sich schied, denn es kann keine Unterteilung in der spirituellen Materie geben. Es ist für einen Teil des Lichtes des ausgeströmten Wesens unmöglich, sich vom Licht zu entfernen und den Rest zu behalten; infolgedessen entfernte sich das Licht nicht nur vom Mittleren Punkt selbst, sondern ebenso von den drei einleitenden Graden.
(18) DIESE KONTRAKTION (BESCHRÄNKUNG) WAS GLEICHMÄSSIG.
Dies bedeutet, dass es keine unterscheidbaren Grade gab, so wie kleine oder große Abstufungen. Da eine Änderung im "Mittleren Punkt", wegen des Wegganges des Lichtes erschien, war es unvermeidlich, dass dort sofort drei geringere einleitende Grade des Willens zu empfangen enthüllt wurden, einer kleiner als der andere, entsprechend dem Grad des Unterschiedes, der in jedem existiert. Der dritte Grad ist zum Beispiel reiner oder purer als der Mittlere Punkt, wegen der Intensität oder der Kraft des Willens zu empfangen, der in jedem aufeinanderfolgenden Grad kleiner ist. Der zweite Grad ist weniger stark als der dritte Grad, und der erste Grad ist der reinste, unvermischteste von allen, da die Kapazität seines Willen zu empfangen kleiner ist, als in jedem der Grade, die ihm nachfolgen. Demnach finden wir Unterscheidungen der Grade, wie Kleinheit oder Größe. Warum sagt dann der Autor, dass die Einschränkung rund um den Punkt herum gleich sei? Die Antwort ist, dass die Einschränkung nicht bewirkte, dass der Mittlere Punkt als eine Begrenzung erkannt wurde. In anderen Worten: Wenn die Ursache für die Zurücknahme des Lichtes vom Punkt, aufgrund einer bereits vorgebildeten Verschiedenartigkeit der Phase geschehen wäre, dann wäre diese als Begrenzung oder Limitierung aufgrund der extremen Verschiedenartigkeit zum Licht unterschieden worden. Dieses würde einen geringeren Grad andeuten, der nicht durch die Weitläufigkeit und Reichhaltigkeit des Willens zu empfangen übertroffen werden könnte. Wir wären dann gezwungen, über die drei früheren Grade so zu sprechen, als seien sie dem Mittleren Punkt überlegen und jeder wäre verdienstvoller als der nächste. Da dies nicht der Fall war, und die Einschränkung nicht wegen der Verschiedenartigkeit der Phase die im Punkt existiert, durchgeführt wurde, steht dies außer Frage. Wir behandeln immer noch das höchst erhabene Reich, das Königreich des Unendlichen, wo es keinerlei Spur welcher Art auch immer einer möglichen Verschiedenartigkeit der Phase zwischen dem Punkt und dem Licht gibt, da sie beide von einer Einfachen und Ruhigen Einheit sind, entsprechend der Bedeutung, die in der Erläuterung "Er ist Eins und Sein Name ist Eins", gegeben wird. Die Einschränkung wurde nur deshalb durchgeführt, weil aus Seinem Einfachen Willen hervorging, die Welten zu erschaffen, was bedeutet, dass im Königreich des Unendlichen eine Sehnsucht in Richtung zur Gleichheit mit dem Unendlichen war, die bestimmt ist, durch die Schöpfung der Welten enthüllt zu werden. Mit anderen Worten ist dieses eine Empfangsbereitschaft, die als Mittel zum Zweck dient, nämlich der Anbetung von G-tt und der Erfüllung der Torah und den Geboten, in denen die Phase der Empfangsbereitschaft schließlich wirken sollte, um Freude und Vergnügen mit dem Schöpfer zu teilen oder sie zu schenken. In solch einer Beschaffenheit des "Willens", wohnt die höchst erhabene Tugend der völligen Hingabe inne. Einerseits ist es eine vollständige und absolute Schenkung von Seiten des erschaffenen Wesens. Der Wille soll nur Freude zum Schöpfer übertragen, ohne eine Beimischung eines persönlichen Wunsches oder eines Hintergedankens. Diese Phase von Empfangsbereitschaft ist vollkommen in einer Gleichheit mit dem Höchsten Licht des Emanators und veranlasst das Wesen, verbunden mit dem Schöpfer, in einer vollkommenen Einheit zu sein. Andererseits kann dieses Wesen seinen Willen oder die Intensität seines Verlangens zu empfangen sogar erhöhen, da es in Wahrheit eine Art der Empfangsbereitschaft ist, die eine nicht messbare und grenzenlose Kapazität zum Schenken besitzt. So wird der Wille umgewandelt, um Funktionen mit der Absicht des daraus folgenden Schenkens zu empfangen, und könnte deshalb als das Ideale des wahren Altruismus definiert werden. Wir finden dieses Idealbild in der Abhandlung des Talmud (Kdushin, P.7) ausgearbeitet, worin angegeben wird, dass das Gesetz einer Hochzeits-Zeremonie es erfordert, dass der Mann einen Hochzeits-Ring für die Braut benötigt; der Bräutigam muss ihn der Braut übergeben, nur durch diese Prozedur wird sie seine rechtmäßige Frau. So lautet das bewährte Mosaische Gesetz. Der Talmud zitiert einen ungewöhnlichen Fall, der sich zu diesem Gesetz völlig konträr verhält. Er besagt, dass, wenn sie es ist, die ihm das Hochzeits-Geld oder den Ring gibt, und er den traditionellen Satz spricht: "...dadurch sollst du meine Gemahlin sein... " usw., wird sie ebenso seine rechtmäßige Ehefrau. Des weiteren unterstreicht der Talmud, dass dies nur zulässig ist, wenn der Bräutigam in hohem Grade ehrenvoll und verdienstvoll ist. Nun, obgleich das Gesetz gerade das Gegenteil verlangt, so wie es ausdrücklich im Pentateuch geschrieben steht: dass der Ehemann verpflichtet ist, das Geld oder den Ehering zu geben, kann die zeremonielle Prozedur dennoch umgekehrt werden, weil der Mann ehrenvoll und verdienstvoll ist. Der Talmud erklärt dies, indem er sagt, dass durch ihre Empfangsbereitschaft die Trauung erfüllt und erreicht wird. Welchen Unterschied macht es, wenn das Empfangene ein Ring ist, oder die Ehre, dass ein hochangesehener Mensch ihr Geschenk akzeptiert? Die Hochzeit wird durch ihre Freude vollendet, indem sie etwas empfängt, und da sie dieses Vergnügen, geehrt zu werden, auf Grund seiner Annahme des Ringes oder des Geldes empfängt, ist solch eine Eheschließung ebenso gültig, selbst wenn sie ihm etwas gab, anstatt dass er ihr Ring oder Geld schenkte, so wie es die Torah fordert. Wir erfahren aus diesem Beispiel, dass seine Empfangsbereitschaft eine wirkliche Schenkung darstellte, und dies auf diese Weise legal war. Sogar für die Ausführung einer rechtmäßigen Hochzeits-Zeremonie. Anstatt ihr Geld oder einen Ring zu geben, was sie durch den materiellen Wert erfreuen oder belohnen würde, gab er ihr spirituelle Freude, indem er sie ehrte, und dies ist so gültig wie das Geld, wenn nicht noch mehr. Folglich lernen wir, dass diese Empfangsbereitschaft in dem Zustand des Schenkens, wie es in dem oben angeführten Fall vom Talmud gesagt wird, eine absolute, vollständige Schenkung darstellt und keine Empfangsbereitschaft ist. Hier haben wir die verdienstvolle Person, die Geld von ihr erhält, trotz der Anweisung der Torah, dass "er es in ihre Hand übergeben muss". Er empfängt jedoch das Geld nur mit der Absicht Freude zur Frau zu übertragen, damit sie durch seine Empfangsbereitschaft geehrt wird. So werden wir uns schließlich der wesentlichen Ursache oder des Motivs für die Einschränkung bewusst, welche die Notwendigkeit der Phase von Empfangsbereitschaft war, mit ihrer Beschaffenheit des Teilens oder des Schenkens, die mittels der erschaffenen Welten enthüllt werden sollte. Es war nicht irgendeiner Verdichtung, oder Verschiedenartigkeit zu verdanken, die in dem "Mittleren Punkt" gefühlt wurde, da es überhaupt keine Dichte oder gar eine Spur von Verschiedenartigkeit gab, und niemals eine Begrenzung im Mittlerer Punkt stattfand. Aus diesem Grund steht es völlig außer Frage, Kleinheit oder Größe zu unterscheiden, und deshalb erklärt der Autor, dass die Einschränkung oder die Zurücknahme des Lichtes in absoluter Gleichheit vonstatten ging.
(19) IN EINER ZIRKULAREN FORM GLEICHMÄSSIG AN ALLEN SEITEN
Dies bedeutet, dass durch die Einschränkung dort unvermeidlich eine Art Abbildung, wegen der Einschränkung erschien, (obgleich diese Beschränkung überall gleich war und nicht durch die Verschiedenheit der Phase entstand). In der Tat, nach der Einschränkung und der Zurücknahme des Lichtes vom Mittleren Punkt, wurde enthüllt, dass das Höchste Licht sich, wegen des großen Grades von Empfangsbereitschaft, die im Mittleren Punkt enthüllt wurde, nicht mit ihm vereinigen kann. Aufgrund dessen wurde dieser Mittlere Punkt niedriger im Grad, bezüglich dem, was er im Unendlichen gewesen war, und er wurde dann zur Grenze oder Begrenzung bestimmt. Diese letzte Bestimmung deutet eine unübertreffliche Dichte an. So blieb dieser Mittlere Punkt ein Vakuum, nicht würdig oder tauglich, das Licht zu beinhalten, während die drei vorherigen Phasen, die in fortlaufendem Grad von Güte und Klarheit sind, dazu taugen, das Licht sogar nach der Einschränkung beinhalten zu können. Jedoch ungeachtet von allem, das wir bereits erklärt haben, wurde der Mittlere Punkt nicht als eine Art "Ende" oder Begrenzung gedacht, nur weil er das Licht nicht enthalten kann. Der Autor hebt folglich hervor, dass der hohle Raum, der dort nach der Einschränkung zurückgelassen wurde, kreisförmig war; er übermittelt uns die Vorstellung, dass es dort kein absolutes Ende oder eine Begrenzung gab, jedoch eher die Art eines Endes, die wir in der exakten Mitte, im Zentrum eines Kreises finden. So können Sie sich jene vier Phasen als vier Kreise vorstellen, jeder den anderen umfassend, wie die Häute einer Zwiebel. Der innerste Kreis ist der vierte Grad; er wird durch den dritten Grad umgeben; der dritte Grad wird wiederum durch den zweiten Grad umgeben; und der zweite Grad durch den ersten. In dieser Weise angeordnet, können Sie nicht zwischen ihnen unterscheiden und sagen, dass einer oben ist, oder ein anderer unten, es einen rechten und einen anderen linken gäbe. Der erste Grad, den die obere Hälfte des Kreises umgibt, steht über allen Graden, jedoch findet man ihn mit seiner unteren Hälfte unter ihnen allen. In dieser Weise stellen wir fest, dass obgleich er durch seinen höheren Teil über allen ist, er durch seinen unteren Teil, unter allen ist. Es ist das Gleiche mit den restlichen Phasen. Demzufolge gibt es hier so etwas wie "über" und "unter" "rechts" oder "links" nicht. Niemand von ihnen übertrifft den anderen, und folglich sind alle gleichgestellt und in vollkommener Affinität. Deshalb hebt der Autor hervor, dass die Einschränkung nicht aus irgendeiner Verschiedenartigkeit der Phase hervorging.
(20) DER WÜRFEL
Dies bedeutet, dass wenn es Unterscheidungen von oben, unten, rechts oder links geben sollte, es ein Würfel sein würde, mit seinen vier Seiten, Stadien, die zur Betrachtung stehen. Jedoch, wenn man es genau nimmt, war dies nicht der Fall, denn es geschah im Bild einer Sphäre, die keine solchen Unterschiede oder Grade hat, in der die Einschränkung vollzogen wurde.
(21) DAS DREIECK
Diese Aussage beschäftigt sich mit dem Grad einer Phase, die nur drei Grade hat und des Vierten ermangelt; das heißt, dass er nur drei Seiten hat: die Spitze, den rechten und linken Winkel, und ihm die vierte Seite fehlt, die sich an der Unterseite befindet. Folglich wird dieser Grad mit dem Bild eines Dreiecks verglichen.
(22) NACH DER EINSCHRÄNKUNG
Seien Sie nicht verleitet zu denken, dass, weil der Mittlere Punkt seines Lichtes beraubt wurde, eine bestimmte Transformation, oder Verschiedenartigkeit im Unendlichen bewirkt wurde. In den spirituellen Stoffen existiert keine Verletzung, Zerstörung oder Permutation, insbesondere nicht auf einem solch erhobenen Niveau. Durch die Einschränkung wurde eine neue Qualität oder Dasein eingeführt, welches die Unendliche Welt ergänzte und verhüllte oder tarnte, und folglich geschah es, dass die Unendliche Welt in ihrer gesamten Einfachen Ausgeglichenen Einheit verblieb, genau so, wie es vor der Einschränkung war. Wie im Sinne von: "Er und Sein Name sind Eins", wurde die Einschränkung im Mittleren Punkt durchgeführt, und sie sollte als die Manifestation einer neu aufgedeckten Welt begriffen werden, in der das Licht zurückgezogen wurde, einen "hohlen Raum" zurückließ, ein Vakuum, wie oben definiert. In dieses Vakuum wurden alle Welten ausgeströmt.
(23) ES LÖSTE SICH EINE LINIE DES LICHTES VOM UNENDLICHEN UNBEGRENZTEN LICHT
Diese Aktion darf nicht als oberflächliches Verstehen dieser Idee angesehen werden. Es ist nicht so, als ob wir von einem bewussten, begrenzten Wesen sprechen, welches zuerst in einer Weise handelt, und danach anders handeln würde, von seinem ersten Modus der Tätigkeit in einen anderen wechseln könnte. Solch eine materialistische weltliche Annahme würde extrem irreführend sein, da der Schöpfer nicht Ereignissen und Verschiedenartigkeiten unterworfen ist. Wie es in den Heiligen Schriften heißt. "Ich, G-tt, habe mich nicht geändert". Wir erörtern hier nicht die Substanz des Schöpfers, sondern nur das Licht welches sich von Ihm ausdehnt, dennoch, da es keine Verschiedenartigkeit, Ereignis oder Bewegung in der Substanz des Schöpfers gibt, deutet dies darauf hin, dass die Natur des Lichtes ebenso sein müsste, welches sich von Ihm ausdehnt, so lange es das ausgeströmte Wesen nicht berührt. So lange wie das Licht noch nicht eine partikularisierte Funktion, in ein Gefäß gekleidet oder darin enthalten zu sein, erreicht hat, ist es noch Eins mit dem Schöpfer. Erst nach einem Kontakt, der Berührung mit dem Gefäß zieht Es Sich Selbst von Seinem Wesentlichen zurück, in das neue, eindeutige ausgeströmte Wesen, welches von Ihm empfängt. Wir haben bereits vorher erklärt, dass die gesamte neue Enthüllung "Existenz aus Nichtexistenz" ist, und hauptsächlich aus dem Gefäß des ausgeströmten Wesens besteht, namentlich dem "Willen zu empfangen", der in ihm existiert. Dieser Wille, obgleich er von einer spirituellen Natur ist, ist dennoch eine neu aufgedeckte Phase und eine indirekte, nachfolgende Begebenheit, die nie in der Substanz des Schöpfers stattfinden oder funktionieren könnte. Dies ist jedoch nicht so mit dem Licht, welches im ausgeströmten Wesen eingekleidet wird. Es ist nicht neu. Es ist von Seiner Essentiellen Substanz als Existenz von Existenz ausgedehnt worden. Dennoch prägt die Reaktion des Gefäßes auf das Licht - nachdem es dieses empfangen hat - etwas Neues in das Licht ein, und dies geschieht beiläufig. Sie müssen wissen, dass alle Erörterungen über die Enthüllung, Entdeckungen und Entwicklungsprozesse der Grade, nur die Reaktion des Gefäßes und seiner Empfangsbereitschaft des Höchsten Lichts betreffen, denn nur das Gefäß ist den vielfältigen Verschiedenartigkeiten und Zustände der Expansion und des Wachstums unterworfen. Hinsichtlich des Lichtes Selbst, wird Es immer in einem Zustand der absoluten Ruhe vorgefunden; bewegungslos. Dies ist so, da Es von der Substanz des Schöpfers ausgedehnt wurde und die gleiche ruhige statische Beschaffenheit besitzt. An diesem Punkt müssen wir erneut wiederholen, dass der Leser dieser Zeilen versuchen sollte, alles gründlich zu verstehen und sich an alles zu erinnern, was in dieser gesamten Erörterung gelehrt wurde. Von dem was wir bereits gesagt haben, sollten Sie verstehen, dass das Höchste Licht weder für einen einzigen Moment aufhört, auf das ausgeströmte Wesen zu scheinen, noch ist es beeinflusst oder nachrangig, durch irgendein nachfolgendes Ereignis oder Enthüllung. Das Licht bleibt immer bewegungslos, und alle Erörterungen über die Einschränkung und die Zurücknahme des Lichtes wurden nur angeführt, um die Idee zu übermitteln, dass sich die vielen Stadien des Lichtes relativ im Verhältnis auf die Reaktion und die Empfangsbereitschaft des Gefäßes, was der Mittlere Punkt genannt wird, beziehen. Das heißt, obgleich das Höchste Licht niemals aufgehört hat zu strahlen, empfing das Gefäß als Folge der Einschränkung nichts von Seinem Glanz. Es beraubt sich selbst; es beschränkt seinen Willen zu empfangen in seinem vierten Grad, der ganz präzise der Mittlere Punkt ist, obwohl es so nicht in den ersten drei Graden agierte. Dort hat der Wille zu empfangen eine geringerer Intensität und der Wille zu schenken hat mehr Einfluss. So übte die Begrenzung des Willens, das Höchste Licht zu empfangen, in keiner Weise eine Reaktion auf das Licht aus, und es gab keine Änderung in seiner Art zu geben und zu Schenken. Wie das Licht in der Unendlichen Welt scheint, so scheint Es in allen Welten, einschließlich dieser irdischen eingeschränkten Welt sowie dem was ihr nachfolgt, und Es hört nie auf, auch nur für einen Moment zu scheinen. Es sind die Gefäße selbst, die alle möglichen vorkommenden Änderungen vornehmen, denn sie empfangen ihre Lebenskraft oder den Überfluss entsprechend ihrer Kapazität, nämlich gemäß dem exakten Maß ihres Willens zu empfangen. Sie werden nun die Aussage des Autors verstehen: "Es löste sich eine Linie des Lichtes vom Unendlichen Licht". Das Vakuum selbst oder das Gefäß, welches des Lichtes entleert wurde, verursachte diese Loslösung der Linie aus dem Unendlichen Licht. Dies bedeutet, dass die Kapazität des vierten Grades für das Empfangen des Lichtes, nach der Einschränkung, nur eine "Linie des Lichtes" ist, im Vergleich mit seinem Überfluss an Licht, welches das Gefäß bei der vorhergehenden vollen Kapazität der Empfangsbereitschaft füllte. Vor der Einschränkung füllte das Licht den gesamten vierten Grad, aber nun, da der vierte Grad seine Kapazität des Empfangens aufgegeben hat, wirken nur noch die drei einleitenden Grade, in denen der Wille schwach ist. Somit wird das, was nun durch dieses Gefäß vom Endlosen empfangen wird, als nur eine "Linie des Lichtes" betrachtet, und der gesamte Raum des Gefäßes bleibt von diesem Lichte leer. Das Licht, das jetzt empfangen wird, reicht nicht, um das komplette Gefäß zu füllen. Der Mangel an Licht im Gefäß, wie wir bereits gesehen haben, beruht auf der Abwesenheit des vierten Grades, der sich selbst eingeschränkt hatte. Hiermit beweisen wir die Tatsache, dass das Höchste Licht nicht aufhört, wenn die Einschränkung stattfindet, oder seine Kapazität des Schenkens ändert - es dehnt sich nur eine Linie des Lichtes aus - denn diese Änderung ist gänzlich das Resultat der Verminderung, die im Gefäß durchgeführt wurde. Diese Verminderung machte es für das Gefäß unmöglich, mehr als nur ein sehr kleines Maß oder eine Linie des Lichtes zu empfangen, entsprechend der Kapazität seines Willens. Denn dies alleine ist sein Maß.
(24) VON SEINEM KREISFÖRMIGEN LICHT
Der symbolische Gebrauch des kreisförmigen Bildes ist vorher erklärt worden. Es übermittelt uns die Idee, dass das Höhere Licht, sogar nach der Einschränkung, in einer kreisförmigen Form verblieb, damit keine Grade oder Stufen in Ihm entdeckt werden konnten, und alle vier Grade verhalten sich zum Licht gleichmäßig verdienstvoll. Obgleich die vier Grade in sich selbst in der Güte variieren, sind sie in Beziehung zu dem Licht ganz gleich und reflektieren auf Es gleichartige Eindrücke. Dies ist so, weil die neue Enthüllung und das Ereignis nicht im Höchsten Licht fungieren, und die vielfältigen Veränderungen, die erwähnt wurden, nur alleine das Gefäß betreffen.
(25) VON OBEN NACH UNTEN
Bedenken Sie, dass dieses nicht einen fühlbaren Ort bezeichnet, sondern die Bedeutung trägt, dass die Stufe, die klarer und übergeordneter im Grad ist, "oben" genannt wird, und diejenige als "unten" bezeichnet wird, die dichter und schwächer im Grad ist. Die Verschiedenartigkeit der Phase, die existiert, ist die Ursache der Trennung zwischen dem ausgeströmten Wesen und dem Schöpfer. Nun sind Sie sich auch bewusst, dass diese Verschiedenartigkeit der Phase oder "der Wille zu empfangen" nicht sofort aufgedeckt wird, sondern durch den langsamen Prozess der Entfaltungen von Stufe zu Stufe, durch vier aufeinanderfolgenden Stadien beginnt, bis sich im vierten Stadium der ausgedehnteste und vollständigste Wille zu empfangen manifestiert. Folglich können wir ableiten, dass jede mögliche Phase des "Willens zu empfangen", der es an Kraft fehlt oder nicht genug Energie an Empfangsbereitschaft hat (wegen ihrer Schwäche des Wunsches), wie es im Fall des ersten der vier Grade ist, als näher am Schöpfer angesehen wird, als die Phase, die einen reichlich Willen zu empfangen besitzt. Sie ist folglich feiner, reiner und den anderen drei Graden übergeordnet, die ihr folgen, denn ihre (Phase1) Verschiedenartigkeit der Phase in Beziehung zu dem Schöpfer ist nicht so groß wie die der anderen Grade (Phase1-3). In der zweiten Stufe ist der Wille zu empfangen größer als in der Ersten, und er wird folglich sowie weiter entfernt und getrennt vom Schöpfer zu sein, als auch dichter und von einem niedrigeren Grad betrachtet. Dieses geht so weiter von Stufe zu Stufe, bis wir feststellen, dass die vierte Stufe die am weitesten entfernte von allen Stufen vom Schöpfer ist; gradmässig ist sie die dichteste und niedrigste. Durch diese Erklärung können Sie ersehen, was der Autor meinte, als er sagte, dass die Linie von "oben nach unten" abgelöst wurde, oder vom ersten Grad zum vierten, den vierten Grad ausschließend, der von allen der niedrigste ist, da er seinen Willen Licht zu empfangen eingeschränkt hatte. Diese Erörterung "von oben nach unten" ist ein neues Konzept in unseren Studien, die durch die Ausbreitung der Linie des Lichtes enthüllt wurde. Vor Ihrem Erscheinen (das heißt, zu der Zeit der Einschränkung) gab es keine solche Unterscheidung; nur nachdem das Licht in Form einer "Linie" empfangen wurde, was bedeutete, dass das Gefäß das Licht nicht in allen vier Graden empfing, sondern nur in den ersten dreien das vierte Stadium sich als minderwertiger, dichter und von niedrigem Grad erwies. Dadurch werden auch die drei einleitenden Grade geschätzt und es war möglich, ihren Grad an Reinheit angesichts ihrer relativen Nähe zum Emanator zu definieren. Zur Zeit der Einschränkung war dies nicht so, denn, als das Licht alle vier Grade gleichzeitig verließ, konnte keine Unterscheidung zwischen den Graden gebildet werden; keine Unterschiede zwischen den Graden waren bis dahin wahrnehmbar.
(26) DER HÖHERE KOPF
Dies entspricht dem ersten der vier Grade, wie oben umrissen.
(27) UND ER TRAT MIT IHM IN VERBINDUNG
Da der erste Grad, welcher der Höhere Kopf ist, sehr nah am Unendlichen, dem Emanator, ist, wird angenommen, dass er Ihn berührt. Es gibt nicht genügend Verschiedenartigkeit der Phase, die im ersten Grad enthüllt wurde, um ihn vom Schöpfer zu trennen.
(28) UNTERHALB, AM ENDE, KOMMT ES NICHT ZU EINER BERÜHRUNG MIT DEM UNENDLICHEN LICHT
Die Worte ‚unterhalb', ‚am Ende' übermitteln uns die Bedeutung, dass der vierte Grad, der von allen der am weitesten vom Schöpfer entfernte Grad, rangniedriger als alle anderen ist; dass er das Höchste Licht jetzt nicht empfängt, und er aufgrund solch einer Verschiedenartigkeit das Unendliche Licht notwendigerweise nicht berührt, sondern von ihm abgetrennt ist.
(29) AUSGESTRÖMT, ERSCHAFFEN, GESTALTET UND VOLLENDET
Die folgenden Wörter kennzeichnen die vier Welten, und lauten: AZILUT, BRIAH, YETSIRA, ASIYA. Diese enthalten alle Welten, deren es so viele gibt, so dass sie unzählbar sind. Diese vier Welten werden von den vier unterschiedlichen Graden hergeleitet. Vom ersten Grad leitet sich die Welt der Emanation ab; vom zweiten Grad die Welt der Schöpfung; vom dritten Grad die Welt der Gestaltung und vom vierten Grad die Welt der Handlung.
(30) VOR DEN VIER WELTEN.
Dieses entspricht den vier Welten, die: Emanation, Schöpfung, Gestaltung und Handlung genannt werden, und diese enthalten alle Welten im allgemeinen. Vor der Einschränkung gab es keine solche Unterteilung wie vier Welten, eine höher als die andere in ihrer Güte. Alles war in perfekter und reiner Einheit. Es gab keine Unterscheidung in den Graden zwischen dem Licht und seinem Gefäß oder Empfänger, denn alles war Einheit, wie oben gelehrt wurde; und das heißt, "Er ist Eins und Sein Name ist Eins."
(31) ER IST EINS UND SEIN NAME IST EINS.
"Er" deutet auf das Konzept des Höchsten Lichtes, und "Sein Name" lehrt uns von der Phase, des Willens zu empfangen, der dort unvermeidlich existiert. "Shmoh" ist Sein Name, dessen numerischer Wert 346 ist, und dies entspricht dem numerischen Wert von "Ratzon", oder "Wille", dessen Wert auch 346 ist. Dies zeigt, dass Sein Name und Wille numerisch gleich sind, weil sie ein und das Gleiche sind. "Sein Name" ist mit "Wille" synonym, und folglich tragen sie die gleiche Bedeutung. "Sein Name" ist der Wille zu empfangen, und der Wille zu empfangen ist "Sein Name". Folglich bedeutet "Er" Überfluss oder das Unendliche Licht, und "Shmoh" bedeutet den Willen zu empfangen.
Übersetzung von Peter Staaden | Martina Spriestersbach, Christiane Reinstrom