Das Prinzip des Rhythmus
DAS PENDEL DES LEBENS
"Alles fließt aus und ein; alles hat seine Gezeiten; alle Dinge steigen und fallen."
Dieses Prinzip lehrt uns, dass sich in allem eine gemessene Bewegung hin und her zeigt. Es ist der Ausgleich zwischen den Polen, die wir zuvor betrachtet haben. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion; auf jeden Fortschritt ein Rückschritt. Es ist der Rhythmus des Atems, der Gezeiten und der Sternenläufe.
Die Kunst der Neutralisation: Der hermetische Schüler versteht, dass er dem Rhythmus nicht entkommen kann, aber er kann lernen, ihn zu gebrauchen. Durch den Einsatz des Willens kann man sich auf eine höhere Ebene erheben, während das Pendel der Gefühle und Umstände auf der unteren Ebene weiterschwingt. Man bleibt im Zentrum – in der geerdeten Weite –, während die Wellen der Welt kommen und gehen.
Nichts bleibt statisch. Wer den Rhythmus versteht, verliert die Furcht vor dem Abstieg, denn er weiß, dass der Aufstieg bereits im Keim enthalten ist. Es ist das Wissen um die ewige Wiederkehr und die Gelassenheit dessen, der den "Film" aus der Perspektive des ewigen Jetzt betrachtet.