DAS NADELÖHR DER STILLE
Jede Transmutation bedingt die Nigredo – die Schwärze und die absolute Stille des Stoffes. In der Alchemie ist dies der Moment, in dem die feste Form (das Ego der Traumfigur) zerfällt, um Raum für die neue Projektion zu schaffen. Es ist das Schaffen eines Vakuums im inneren Athanor.
Dieser Nullpunkt ist das Nadelöhr der Destillation. Es ist der Moment, in dem der Alchemist aufhört, das Blei verändern zu wollen, und stattdessen selbst zum unbewegten Gefäß wird. Nur in dieser absoluten Abwesenheit von Eigenwillen kann die Tinktur der Realität umschlagen. Wer hier noch rührt oder prüft, kühlt den Ofen ab und unterbricht die atomare Verdichtung.
In der gewöhnlichen Matrix herrscht das Gesetz der Kausalität – eine mühsame Abfolge von Ursache und Wirkung in der Zeit. Im 333-Feld operieren wir am Nullpunkt, wo Ursache und Wirkung kollabieren.
Die Manifestation erfolgt hier blitzartig. Sie wird nicht "erwartet" oder ist kausal, sie "ereignet" sich in Lichtgeschwindigkeit. Wenn die Sättigung im Feld erreicht ist, fällt die Materie aus der reinen Information aus. Wer den Vorgang jedoch prüfend oder mit einer logischen Absicht verfolgt, erzeugt Reibung und damit Zeit. Er verzerrt diesen Vorgang und macht ihn unkenntlich. Keine Chance, das zu beobachten oder kausal zu verstehen.
Erst die Absichtslosigkeit hebt die Verzögerung und das geistige Unvermögen auf. Man erlebt es und erfasst es vollständig. Es bleiben keine Fragen offen. Erklären nicht nötig, Erlernen nicht nötig, Wünsche und Unzufriedenheit nicht nötig.
Am Nullpunkt gibt es keine moralischen Urteile, nur energetische Stimmigkeit. Ein duales kausales System, das auf Trennung basiert, kann hier nicht wirken. Nur die absolute Einheit des Geistes ist in der Lage, die Struktur so zu beseelen, dass das Unmögliche zur unmittelbaren Realität wird.
Es ist die Meisterschaft des Nicht-Tuns: Du rührst im Quantenfeld, ohne zu denken oder es mit auch nur der geringsten Absicht manipulieren zu wollen, wie Sai Baba mit einer kreisenden Handbewegung, doch du tust es ohne den Wunsch nach dem Resultat. Die Frucht erscheint, weil sie nicht mehr verhindert wird und weil Blaupausen absichtslos ins Nichts gelegt werden, deren Schwingung man selbst sein muss !!!
Das kann ein Geist, der in linearen Strukturen wie ein Programm abläuft, nicht erfassen.
„Am Nullpunkt wird der Beobachter zum Wort, und das Wort wird Fleisch – ohne den Umweg über das Wollen.“