Das Gnaden-Protokoll des 21. Jahrhunderts
Eine "normale" Person glaubt selbstverständlich, einen freien Willen zu besitzen. Sie nimmt ihr eigenes Leben als unumstößliche Kette von Entscheidungen wahr. Doch hinter dieser Ansicht steht ein großes Fragezeichen. Nur wenige unter ihnen sind sich bewusst, dass ihre Handlungen zwangsläufig erfolgen, diktiert von innerer Natur und äußeren Umständen.
Wer wach aus dem Bewusstsein spricht, ohne die andere Wirklichkeit zu kennen, ist nur ein halber Mensch.
In der Kabbala bezieht sich der Freie Wille nur auf den Adam – das Wesen, das sich G-ttes Gegenwart permanent bewusst ist. Dieser Wille dient ausschließlich der inneren Korrektur (Tikkun) und dem Aufsteigen der spirituellen Leiter. Fast alle anderen agieren als Enosch – Personen, die mit der Schöpfung hadern und Gefangene einer logischen Berechnung sind, ohne es zu merken.
Man muss erst auf zwei Beinen stehen lernen, um die Himmelsleiter wahrzunehmen. Dann wird man nach OBEN gezogen und ohne Leid geführt.
Unsere Welt ist wie eine Haut, die wir uns anlegen, um das Nackt-Sein vor dem Schöpfer zu maskieren. In unserem Enosch-Zustand schaffen wir Ängste, Krankheiten und eine "schlechte Welt" im Außen, um uns letztlich durch Leiden zur Umkehr zu zwingen. Erst wenn wir diese Schlangenhaut abwerfen, wird der letzte Egoismus zum Altruismus verwandelt.
Ein wertender Mensch gleicht einer Computerspielfigur (Pacman) in einem engen Labyrinth. Seine Logik ist zweidimensional und begrenzt. Wer jedoch die Öffnung zum höheren Bewusstsein erreicht hat, gleicht einem Windows-System, das auf DOS aufbaut, aber dessen Grenzen weit überschreitet.
In der Messianischen Ära bedeutet Wahl nicht mehr den Kampf zwischen Gut und Böse, sondern die Entscheidung, wie hoch wir auf der Leiter der Liebe ansteigen möchten.
Zusammenfassung: Wahre Freiheit ist die Erkenntnis, dass alles pausenlos von G-tt gesteuert wird. Der Mensch ist die Brücke. Wenn die Flamme wieder in der Flamme brennt, ist die Suche beendet. Alles ist Fügung.